Montag, 1. Dezember 2014

Anekdoten vom Spielplatz - Jenny und die Kindergartengruppen

Auf "unserem" bereits erwähnten Spielplatz tummeln sich (nachmittags) nicht nur die Jugendlichen, vormittags findet man dort häufig auch Kindergartengruppen vor.
Verschiedene Erzieher, verschiedene Regeln...

Gar nicht so einfach!
Es gibt eine Gruppe, die ich schon häufiger angetroffen habe. Die kennen uns auch schon. Kommen von einem privaten, kleinen Kindergarten (soweit ich weiß, gibt es dort nur diese eine Gruppe, Kinder im Alter von 0-6 Jahren). Die anderen Gruppen sind auch alle einer Einrichtung oder zumindest eines Trägers. Da gibt es die Kinder "richtiger" Kindergartengruppen und welche aus einem "Tagesmutter-Nest". Das waren bisher immer verschiedene Gruppen, da hatten wir noch niemanden wieder erkannt.
Nun ist es so, wenn diese anderen Kinder dort sind, dass Paul natürlich auch mit deren Spielsachen spielt. Sagt auch keiner etwas gegen. Im Umkehrschluss dürfen die Kinder selbstverständlich auch mit Pauls Spielsachen spielen.
Geben und Nehmen quasi.
Letztens hatte ich an einem Tag gleich zwei Erlebnisse, die mir Fragen aufwerfen.
Anwesend war die kleine, altersgemischte Gruppe.
Wir hatten Pauls Sandspielzeug und seinen Laster und Bagger mit.
Ein kleiner Junge wollte mit Pauls Laster spielen. Ich saß direkt daneben.
Die Erzieherin verbat ihm das mit der Begründung, der würde nicht denen gehören.
Ich überlegte kurz: Wenn ich jetzt nichts sage, komme ich vielleicht als Mutter rüber, die so tickt, dass nur ihr Kind mit seinem Spielzeug spielen darf.
Wenn ich jetzt etwas sage, mische ich mich in deren Erziehungsmethoden ein.
Da der Junge noch so klein war und mein Gesagtes wohl nicht unbedingt wahrnehmen würde, sagte ich zur Erzieherin, dass er damit ruhig spielen darf.
Darauf antwortete sie: Naja, aber das müssen sie ja auch lernen.
Mist, doch in deren Erziehungsmethoden eingemischt.
Ich sagte dann nur noch, dass Paul ja schließlich auch mit dem Spielzeug der Kindergärten spielen würde, wenn diese etwas mitbringen.
Und überlegte so vor mich hin.
Was muss der Junge lernen? Dass er auf einem Spielplatz nicht mit einem verlockenden Laster spielen darf, den der Besitzer eh gerade nicht benutzt?
Und fragte mich so: Warum? Warum muss er das lernen?
Was genau spricht dagegen, wenn er damit spielt, solange es nicht Paul ist, der ihm dies "verbietet".

Nächste Situation:
Der Spielplatz ist unter anderem umrandet von zwei Häusern. Vor dem einen Haus befindet sich eine Hecke, zwischen Hecke und Haus ist aber Platz. Gewollt oder doof geplant, ich weiß es nicht. Natürlich aber ist dieser Zwischenraum verlockend für die Kinder, dahinter zu spielen.
Können wir uns ja sicher selbst alle noch dran erinnern, an solchen Orten gerne gespielt zu haben.
Die Kinder der anderen Einrichtung dürfen dort spielen. Das eine oder andere Mal schon ist Paul freudig hinter den Kindern dort entlang geflitzt.
Meine Erlaubnis hat er.
Die Kinder dieser kleinen Gruppe aber dürfen dort nicht hin. Da könnte ja Unrat liegen usw. (dazu muss ich sagen, dass der komplette Zwischenraum gut einsehbar ist)
Das eine oder andere Kind probiert es aber natürlich dennoch. Paul ist dann sofort dabei.
Und so verbot die Erzieherin den Kindern, hinter die Hecke zu laufen, während Paul begeistert dort herum sauste.
Und ich fragte mich: Was tun? Was für eine verdammt schwierige Situation.
Ich kann es doch Paul nicht an diesem Tag verbieten, weil die anderen Kinder dort nicht hin dürfen. Es ihm aber an einem anderen Tag, wo andere Kindergartengruppen dort sind, die munter hinter der Hecke spielen, erlauben. Das versteht er ja nicht.
Ich kann es ihm auch nicht grundsätzlich verbieten, weil er dann nicht verstehen würde, warum die anderen Kinder dort aber spielen dürfen.
Aber ihn dort spielen lassen, wenn die kleine Gruppe dort ist, deren Kinder es nicht dürfen, ist ja auch irgendwie ungünstig, weil die anderen Kinder dann nicht verstehen, warum Paul da hin darf, aber sie nicht.

Welchen Situationen man als Mutter nicht alles ausgesetzt ist.
Ich bleibe bei Variante 3, denn ich finde, wenn dieser Zwischenraum zum Spielplatz gehört und andere Kinder dort spielen, dann darf mein Sohn es auch.
Ganz davon ab hätten wir wohl beide wenig Spaß an diesem Ort, wenn ich ständig dabei wäre, ihn von der Hecke weg zu holen.
Bei nächster Gelegenheit werde ich mal mit den Erziehern der kleinen Gruppe sprechen und denen das schildern. Nicht, dass die noch schlecht von mir denken :)

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