Sonntag, 7. September 2014

Paul - der beste große Bruder

Ich wollte euch ja noch von Paul berichten. Paul in seiner neuen Rolle als großer Bruder und wie er sich da so macht.
Bitteschön, hier ist der Post :)

Für mich war immer klar, sofern nichts dagegen spricht, soll Paul uns so schnell wie möglich im Krankenhaus besuchen. Und so kam er, wenige Stunden nach der Geburt mit meinen Eltern zu uns.
Er kam ins Zimmer rein, sah Papa, schaute umher, sah mich... sah Levi - und zeigte sofort auf ihn.
Wir waren überhaupt nicht interessant für ihn. Es war, als hätte er die ganze Zeit gewusst, dass ein Baby auf dem Wege zu uns ist und als habe er nur auf dieses gewartet.
Ganz zärtlich und freudestrahlend streichelte er Levi. Ich fragte ihn, ob er Levi auch einen Knutschi geben würde. Natürlich... sofort setzte er dies in die Tat um.
die folgenden Tage war Levi DIE Attraktion für Paul. Levi bekam wirklich unzählige Küsse am Tag und immer wieder lief Paul aufgeregt zu ihm hin und sagte "Da! Da!"
Die Situation normalisierte sich für ihn und die Küsse wurden weniger.
Dafür begann Paul, uns Bescheid zu sagen, wenn Levi weint. Es ist zu niedlich.
Wenn wir mit Levi unterwegs sind und andere Menschen treffen, muss er ihnen Levi sofort zeigen.
Oft ist es das erste, was er an Interaktion tut.
Zum Beispiel trafen wir letztens einen Lehrer aus meiner Ausbildung zur Erzieherin. Anfangs unterhielt nur ich mich mit ihm, dann sprach der Lehrer kurz zu Paul und das erste, was Paul tat, war in Levis Richtung zeigen und "Da!" zu sagen. Der Lehrer empfand dies auch als gewissen Stolz, dass er seinen Bruder zeigen muss.
Oder als ich mich letztens mit meiner Freundin traf, die Paul, Levi und mich zusammen noch nicht gesehen hatte. Also wusste Paul noch nicht, dass sie Levi bereits kennt. Seine erste Amtshandlung, als er sie sah, war das Zeigen auf Levi verbunden mit dem typischen "Da!"
Es begann eine Zeit, wo Paul Levi den Schnuller aus dem Mund klaute. Klar, wie soll ein 1,5 jähriger auch verstehen, dass er, außer zum Schlafen und im Auto, tagsüber keinen Schnuller haben darf, Levi aber schon.
Dann kam es aber erstmals vor, dass Paul Levi den Schnulli in den Mund stecken wollte. Und dies häufte sich. Das Schnuller-Klauen ließ dann langsam nach. Inzwischen denkt Paul schon so weit mit, dass er, wenn Levi weint, zu ihm rennt und ihm, beispielsweise wenn dieser in der Federwiege liegt, versucht, den Schnulli in den Mund zu stecken.
Leider ist seine Feinmotorik dafür noch nicht ganz ausgereift und er wird dann gerne mal wütend, weil es nicht klappt. Dann tut er mir immer so leid, meint er es doch so gut und schafft es dann letztendlich nicht :(
Noch immer wird Levi gestreichelt und geküsst, aber dosierter eingesetzt.
Eifersucht konnte ich noch nie erkennen. Das schlimmste der Gefühle waren vielleicht drei bis vier Male, wo er auf den Arm wollte, als wir Levi im Arm hatten - und dann quengelte.
Ich habe auch wirklich das Gefühl, dass Paul in gewisser Weise Rücksicht nimmt.
Ich muss gestehen, dass ich hier, als wir die ersten ca 2 Wochen zuhause noch so gar nicht eingespielt waren, echt dachte: Ach herrje, wie soll das werden, wenn Rico wieder arbeiten ist? Wie soll ich das schaffen? Verbunden mit meiner derzeitigen psychischen Verfassung fühlte ich mich allein beim Gedanken daran total überfordert und war mir plötzlich sicher, das niemals im Leben zu schaffen.
Aber ich habe es geschafft und zwar ohne große Probleme. Ich bin selbst erstaunt, aber ich habe bisher noch keine einzige wirklich stressige Situation erlebt.
Und wenn es mal stressiger wurde, habe ich einen kühlen Kopf bewahrt und mich nicht wirklich aus der Ruhe bringen lassen - aber das ist ein anderes Thema... hier geht es um Paul.
Das Ganze kann nur deshalb so gut klappen, da bin ich mir sicher, weil Paul so toll "mitspielt".
Ich habe das Gefühl, dass er viel "friedlicher" ist, wenn wir hier alleine sind. Als wüsste er, dass er Rücksicht nehmen muss.
Das ist wirklich erstaunlich und faszinierend, so ist er ja doch ein ziemlicher Wirbelwind.
Er ist ein wahrer Traumsohn. Das war er zwar schon immer, aber jetzt wird es einfach noch einmal bestätigt.
Man darf einfach nicht vergessen, dass er erst 1,5 Jahre alt ist und es ihm nicht zu verdenken wäre, wenn er hier auf den Tischen tanzen würde aufgrund der neuen Situation.

Was hatte ich für eine Sorge, dass er mit der Geburt seines Bruders schlecht klar kommen könnte. Diese Gewissensbisse... alles dermaßen unbegründet.
Viele versuchten, mir die Sorge zu nehmen. Es schaffte aber niemand, so wirklich glaubte ich denen nicht.
Nun habe ich es aber erlebt und kann bisher aus 8 Wochen das Resume ziehen, dass es ein perfekter Zeitpunkt war, das zweite Kind zu bekommen.
Und auch wenn ich dieses Mal noch wehmütiger bin, dass mein Baby groß wird, so freue ich mich schon jetzt sehr darauf, wenn die Zeit beginnt, wo die beiden etwas, zumindest schon mal ein kleines bisschen, miteinander anfangen können.
Und ich bin sehr sicher, dass sie die besten Freunde werden, unzertrennlich, ein Leben lang :)

Ach und was ich noch am Rande erwähnen möchte, was ich SEHR interessant finde:
Ich habe es in der Schwangerschaft ja forciert, dass Paul meinen Bauch küsst. Es dauerte ja nicht lange, da gab er eigenständig, von sich aus, Küsse auf meinen Bauch.
Seit Levis Geburt hat er dies nicht ein einziges Mal mehr getan.
Wer weiß, ob er nicht doch irgendetwas davon wusste, was da vor sich geht. Man konnte ihm das zwar noch nicht erklären, aber so kleine Kinder haben ja noch viel mehr Instinkte und Intuition, als wir.
Ich bin mir fast sicher, dass er doch irgendetwas verstanden hat. Ganz ohne, dass man es ihm erklären musste.



Die Bilder sind schon älter, aber ich denke, sie zeigen Pauls Stolz und Freude sehr gut :)



1 Kommentar:

  1. Ich liebe die Fotos von deinen Jungs. Sie sind so bezaubernd.
    Ich freu mich riesig, dass alles so toll klappt. Und ich bin mir ganz sicher, dass Paul viel mehr mitbekommt und versteht als man denkt.
    Super Jungs! :-)

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