Dienstag, 15. April 2014

Vom Uterus Bicornis, der Kindslage und dem Wunsch von der natürlichen Geburt

Schon lange wollte ich euch davon berichten.
Am 24. März hatte ich ja einen Termin mit meiner Hebamme.
Ich sprach mit ihr über die Lage meines Babys...


Der Gedanke war ja der, dass wir eventuell jetzt in der frühen Zeit schon den Kleinen dazu animieren könnten, sich in Schädellage zu drehen. Jetzt, weil man ja jetzt relativ sicher sein kann, dass er den Platz dazu noch hat. Normalerweise würde man natürlich zu einem jetzigen Zeitpunkt noch keinerlei Versuche starten.
Meine Frauenärztin sagte auch, das sei natürlich sehr ungewöhnlich, aber mein Fall sei ja auch ein besonderer.
Also sprach ich meine Hebamme darauf an und sie erklärte mir so einiges dazu.
Es ist sehr schwierig, das verständlich rüber zu bringen, ich hoffe, es gelingt mir einigermaßen:

Meine Gebärmutterform ist ja wie ein Herz, wo das "Septum" wohl tief runter geht.
Das ist das, was man weiß...
Die Hebamme erklärte mir, dass es auch möglich sei, dass dieses Septum gar nicht mittig in der Gebärmutter nach unten verläuft sondern quasi schräg und die Gebärmutterhälften dann gar nicht gleich groß sind.
Dadurch könnte es irgendwie kommen, dass der "Ein/Ausgang" der Gebärmutter nicht richtig passierbar wäre.
Dass der durch das Wachstum der "anderen" Hälfte (also in der das Kind nicht liegt) vielleicht versperrt wird.
Sie hatte wohl erst kürzlich eine Schwangere mit dieser Uterus-Form, bei der sich unten an der Gebärmutter so eine Art Knubbel gebildet hatte wodurch keine natürliche Geburt möglich war.

Weiter erklärte sie mir, dass es auch möglich wäre, dass es für ein Kind in mir anatomisch einfach nicht oder nicht gut möglich sei, mit dem Kopf unten zu liegen.
Dass die Kinder meist ihren Grund haben, warum sie sich nicht drehen.
Eine Gebärmutter ist ja unten wesentlich schmaler, als oben.
Bei einer geteilten Gebärmutter könnte das durchaus noch schmaler sein. So, dass es für ein Kind vielleicht einfach sehr unangenehm wäre, dort mit dem Kopf zu liegen.
Ein Po lässt sich ja eher mal etwas "quetschen", das empfindet man ja nicht als so unangenehm, wie am Kopf.
Diese Gedanken hatte sie, weil sie es (wie auch ich und meine Frauenärztin) schon auffällig fand, dass beide Kinder kontinuierlich (die ganze Zeit (Paul), bzw. bisher (Nr. 2) in Beckenendlage lagen.
So, ich hoffe, ihr könnt mir halbwegs folgen.
Für mich klang das jedenfalls (leider) alles sehr logisch...

Der Gedanken an einen weiteren Kaiserschnitt stimmt mich sehr traurig. Ich möchte so gerne und unbedingt wissen, wie es ist, ein Kind zu gebären. Ich weiß, dass ich mich dafür verfluchen werde, denn ich bin sehr schmerzempfindlich und wehleidig, aber es macht mir so verdammt viel aus, wenn ich die Gewissheit hätte, nie zu erfahren, wie eine natürliche Geburt verläuft und sich anfühlt.
Es war bei Paul schon mein größter Wunsch und einige wissen ja, dass ich da schon arge Probleme und Angst vor dem Kaiserschnitt hatte, sodass ich sogar psychologische Hilfe aufsuchte.
Aber ich sagte mir dann eben auch: "Dann halt beim nächsten Kind."
Tja und nun sprach eher alles dafür, dass das nächste Kind wieder ein Kaiserschnitt wird und mal ganz davon ab, dass ein drittes Kind fraglich ist, würde mir dann eh jeder Arzt aufgrund der Risiken zu einem Kaiserschnitt raten.
Ich will das nicht!!! :(

Meine Hebamme wollte nun im Krankenhaus meinen OP-Bericht anfordern und ggf. auch die Ärztin, die mich operiert hatte, ansprechen, ob sie sich an mich erinnert. Was nun gut möglich ist, da diese eine rufbereite und keine angestellte Ärztin war. Die hat ja gar nicht die Masse an Kaiserschnitten und so eine Uterus-Form wird ihr sicher auch nicht bei jeder OP begegnet sein.
Erst danach wollte meine Hebamme entscheiden, ob sie das irgendetwas zur Drehung animierendes machen würde. Sie wollte kein Risiko eingehen, dass sich der Kleine nachher dreht, obwohl es für ihn total unnatürlich wäre.
Das einzige, was ich ja schon einmal machen durfte, war die Massage mit dem Purzelbaumöl.
Das sei ganz sanft und kein Kind würde sich dadurch drehen, wenn es merken würde, das passt eigentlich gar nicht.
Ich habe das bisher nicht getan, weil ich tatsächlich zwischendurch das Gefühl hatte, dass der Kleine gar nicht mehr in BEL liegt (keine kräftigen Tritte mehr nach unten, ganz viel Bewegung oben). Und ich will ihn ja nicht für die verkehrte Richtung animieren.
Das hatte sich dann auch wieder geändert, bis Freitag Nachmittag spürte ich wieder die wohlgekannten Tritte in die Blase.
Seit Freitag Abend jedoch war da wieder gar nichts mehr.
Stattdessen spielte sich alles, was kräftige Bewegungen sind, auf Höhe oder kurz überhalb des Bauchnabels ab.
Und das, was ich unten spüre, ist eher zaghafter. Jedenfalls ganz anders, als diese bekannten Tritte, wie wenn ich auch die Blasentritte merke (die ich seit Freitag nicht mehr aufkamen).
Und gestern war es dann soweit:
Ich hatte endlich wieder einen Termin zum Ultraschall.
Leider war meine Frauenärztin nicht da, da sie einen Unfall hatte und nun wohl 4-6 Wochen ausfällt, die Arme.
Aber ihre Kollegin ist auch sehr sehr nett und was soll ich sagen? Sie machte den Ultraschall und sagte: "Es ist tatsächlich eine Schädellage!"
Kaum einer kann sich vorstellen, wie glücklich mich das macht.
Zu wissen, dass es eben doch möglich ist, dass ein Kind in mir mit dem Kopf unten liegen kann.
Und dass es auch jetzt scheinbar noch jede Menge Platz zum munteren Hin- und her drehen hat. Denn jetzt kann ich auch sicher sein, dass das, was ich vor 2 Wochen an Bewegung spürte auch aufgrund der Schädellage war, denn es war ungefähr genau wie jetzt die letzten Tage.
Nun steht für mich tatsächlich die natürliche Geburt im Raum.
Etwas, worauf ich kaum mehr zu hoffen gewagt hatte.
Möglicherweise werde ich natürlich entbinden können.
Das ist alles noch wie ein Traum. Ich bin baff. Aber glücklich.Unfassbar glücklich und wie auf Wolken.
Drückt mir die Daumen, dass er entweder jetzt brav so liegen bleibt (heute war es bisher eher ruhig im Bauch und die Bewegungen ziemlich mittig, daher weiß ich nun gar nicht, ob er noch richtig rum liegt oder nicht) oder sich eben auch wieder zurück dreht und zur entscheidenden Zeit, wo es zu eng zum Drehen wird, in Schädellage liegt!

Kommentare:

  1. Oh, das sind aber gute Nachrichten für Dich! Ich drücke die Daumen, dass das Kindelein so liegen bleibt.
    Danke für Dein Kompliment zum Kuschelhasen - es ist nur so, dass mir gerade die alten Fleecejacken augegangen sind :D

    Liebe Grüße
    Mara Zeitspieler

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  2. Oh wie schön!!! das freut mich riesig für Dich. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du sehr erleichtert bist überhaupt zu wissen, dass es möglich ist.
    Ich drücke Dir ganz feste die Daumen, dass es jetzt so bleibt und Du natürlich entbinden kannst. *dd*

    Viele Grüße
    Anki

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  3. Toll Nachricht! Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass du eine natürliche Geburt erleben kannst!

    Liebe Grüße
    Anna

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