Donnerstag, 10. April 2014

Pauls Nabelbruch-OP

Hallo ihr Lieben.
Da bin ich endlich mit einem Bericht von Dienstag, dem OP-Tag.

Am Vortag bekam Paul abends ganz normal Abendbrot und seine Flasche (die er sich übrigens derzeit abends am Abgewöhnen ist, sehr interessant, er trinkt von Mal zu Mal weniger) und nachts um 2.45 Uhr weckte ich ihn dann, damit er noch mal eine Flasche Milch trinken kann. Sonst fand ich den zeitlichen Abstand zwischen letzter Mahlzeit/Trinken bis zur nächsten einfach zu groß. Selbstverständlich musste er ja für die OP nüchtern sein. Es hieß, er dürfe ca 4 Stunden vorher noch Milch trinken, Wasser bis 2 Stunden vorher.
Glücklicherweise trank er dann auch eine akzeptable Menge.
Morgens gegen 5.45 Uhr mussten wir ihn dann wecken und dann ging es ab in die Badewanne. Bestimmt war er total irritiert deshalb *lach*
Einen Schluck Wasser verschmähte er dann leider.
Wir verpassten dann um eine halbe Minute unseren Bus. Wie peinlich, so kamen wir fast 20 Minuten zu spät. War aber zum Glück nicht schlimm.
Paul bekam dann recht schnell einen "Schlaf-Saft". Von diesem wollte der Anästhesist, mit dem ich am Vortag das Aufklärungsgespräch hatte, dem armen Paul die Höchstdosis für sein Körpergewicht geben. Damit war die Schwester aber gar nicht einverstanden ("der ist ja grad mal 1") und telefonierte dann noch einmal mit der Anästhesie, woraufhin sie das OK bekam, dass Paul eine geringere Dosis bekommt.
Ein schickes Kinder-OP-Hemdchen bekam Paul auch angezogen und bevor er den Schlafsaft bekam, turnte er damit noch eifrig in seinem Bettchen rum.



Der Schlafsaft sollte ihn übrigens nicht zum Einschlafen bringen, aber eben total ruhig stellen.
Was auch sehr erfolgreich war. Ich möchte nicht wissen, wie Paul gewesen wäre, hätte er die Höchstdosis bekommen...
Anfangs merkte man nur, dass Paul ruhiger wurde. Später war er dann wirklich total zugedröhnt.
Dieser Anblick hat sich ganz schön fest bei mir eingebrannt.
Das war nicht schön. Echt nicht schön. Ich habe mein Kind noch nie so hässlich gesehen... Sein Mund war permanent geöffnet, die Augen gingen immer halb zu, er sah furchtbar aus und er tat mir so leid. Wer weiß denn schon, ob ihm dieses Gefühl angenehm war?
Er war zu fast nichts mehr in der Lage, und dennoch gelang es ihm plötzlich 2-3 Mal einen Ton von sich zu geben. Das ist Paul, mein Paul.
Gegen 7.50 gingen wir hoch zum OP. Ich trug Paul dorthin und musste ihn dort dann einem Arzt überreichen. Das war das Schlimmste. Mein armes zugedröhntes, hilfloses Kind diesem fremden Mann in den Arm zu drücken. Man weiß ja nicht, wieviel er nun noch mit bekam... und ob er nur einfach nicht in der Lage war, zu protestieren oder so.
Puh, ich musste mich beherrschen, nicht zu weinen.
Die Schwester munterte mich dann aber auf, dass das Medikament auch verursachen würde, dass er hinterher überhaupt nichts mehr davon weiß. Das war wirklich beruhigend, zu wissen. Trotzdem ein durchweg unangenehmes Gefühl :(
Dann gingen wir wieder in unseren Raum und warteten. Und warteten.
Die Ärztin am Vortag erzählte mir, die OP würde so 20 Minuten dauern.
Um 8.30 wurde ich schon erstmals ungeduldig. Die OP müsste doch längt vorbei sein...
Erst um kurz vor 9 kam die operierende Ärztin um uns mitzuteilen, dass die OP beendet sei und Paul nun noch aufwachen müsse.
Das dauert bei Kindern wohl immer etwas länger, als bei Erwachsenen.
Zum Glück warteten wir dann aber nicht mehr allzu lange. Gegen 9.13 kam die Schwester und teilte uns mit, dass sie ihn jetzt holen würden.
Und dann war er endlich wieder bei uns. Er war wach aber in einem furchtbaren Zustand. Rico nahm ihn auf den Arm (ich sollte vorsichtig sein, da er das Narkosemittel ausatmet und dieses nicht gut für das Baby im Bauch ist) und Paul war ganz arg jammerig. Der arme Schatz.
Wir beruhigten und streichelten ihn und er schien wieder einzuschlafen. Vorsichtshalber fragte ich die Schwester, ob er das denn darf. Ja, ja... das soll er sogar, sei das Beste, was er nun machen kann, auch um das ganze zu verarbeiten.
Er schlief dann ca eine Stunde auf Ricos Arm und wurde dann langsam wieder wach.


Erst war er noch etwas weinerlich, aber dann, quasi von einer Sekunde auf die andere, war er Paul wie eh und je. Topfit, gut gelaunt, als wäre nichts gewesen.
Und Durst hatte er. Eigentlich sollte er nicht so viel trinken, aber sobald man ihm seinen Becher weg nahm, kam wildes Protest-Geschrei. Die Schwester genehmigte dann weiteres Trinken: "ach, ich glaube nicht, dass er sich übergibt." War auch nicht so :)
Von da an war es wirklich schwierig, den kleinen Wildfang ruhig zu halten.
Er wollte, wie immer, die Welt entdecken.



Und auf dem Arm, im Bett oder im Kinderwagen wird es natürlich schnell langweilig.
Selbst erstmals auf dem iPad spielen dürfen war nur kurz interessant.



Irgendwie schafften wir, vor allem Rico, es aber ihn bis mittags halbwegs ruhig zu halten.
Dann durfte er endlich essen. Erst gab es drei Butterkekse und dann Nudeln mit Tomatensoße (die schmeckte wir Curry Ketchup). Danach legten wir ihn ins Bett und er schlief sehr schnell ein. PUH! Was eine Erleichterung. Die Schwester war ganz angetan und meinte, das hätten wir ja super hin gekriegt, damit hätte sie nun überhaupt nicht gerechnet. Ähm, nee, wir auch nicht *lach* Aber auch ein Wildfang steckt so eine OP nicht komplett mühelos weg ;)
Zuvor war Rico auf dem Flur (mit Paul auf dem Arm) der Stationsärztin (mit der wir zuvor auch immer zu tun hatten) begegnet und die meinte nur: "Das ja ein Stehaufmännchen. Unglaublich!"
Paul schlief dann 2,5 Stunden. Wow, was eine Erholung *grins*
Danach durften wir dann nach Hause.
Wir gingen schön zu Fuß, damit er noch eine Weile ruhig im Kinderwagen sitzt.
Glücklicherweise war er dann zuhause doch tatsächlich etwas ruhiger, als sonst. Saß mit uns auf der Couch, schaute fern, aß Apfel, schaute Bücher an, sehr entspannend.
Gegen 19.30 fiel er dann ziemlich müde ins Bett und schlief sofort ein.
Ganz ganz toll hat er das gemacht. Wir sind so stolz auf ihn. Er ist so ein tapferes kleines Kerlchen.
Nun heißt es noch eine Woche total schonen und weitere 3 Wochen normale Schonung.
Es ist schon schwierig, ihn ruhiger zu halten, aber er ist nicht ganz so wild, wie sonst. Er bekommt seit gestern auch keine Schmerzmittel mehr, denn ich denke, wenn er merkt, da tut etwas weh, dann macht er schon langsamer. Und so scheint es auch zu sein, obwohl er noch nicht ein einziges Mal Anzeichen machte, dass er Schmerzen hat. Er ist so, wie immer, nur etwas ruhiger.
Gestern waren wir viel mit Kinderwagen unterwegs, unter anderem waren wir vormittags beim Bäcker frühstücken. Maßnahmen, das Kind ruhig zu halten, ohne dass es sich langweilt *grins*


Heute morgen waren wir auf dem Spielplatz im Sand, da macht er ja auch keinen Wilden. Nachher kommt meine Mama und geht lange mit ihm im Kinderwagen raus. Das ist einfach die beste Schonung.
Und ich bin leider nicht mehr so mobil, habe gut Schmerzen nach längerem Gehen (Symphyse, Rücken, Unterbauch, Blasendruck), gestern das hat mich ziemlich geschafft, so viel auf den Beinen zu sein. Echt blöde. Aber wir kriegen das ja auch so irgendwie alles hin. Rico hat leider wichtige Leute bei der Arbeit, die ne neue Software installieren und erklären, da kann er leider nicht wirklich frei machen. Aber nächste Woche hat er wohl frei und dann kann er viel mit Paul raus.

Und etwas positives hat so eine OP ja auch *hust* Das Kind ist total kuschelig... Etwas, wozu er sonst maximal 15 Sekunden Zeit hat. Gestern nach dem Mittagsschlaf haben wir minutenlang so gekuschelt:

war das schööööön!!!


Kommentare:

  1. Ihr habt einen ganz tapferen kleinen Kerl da! Wie schön, dass alles gut verlaufen ist und er so gut mitgemacht hat. Ich kann Deine Sorge absolut nacheimpfinden, dass man ja nicht weiß, wieviel die Mäuse mitbekommen.
    Schön, dass Ihr es alle zusammen gut überstanden habt und gute Besserung für Paul für die nächste Zeit!!!
    Liebe Grüße
    Anki

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  2. oh je, da hat er ja schon einiges mitmachen müssen, der Zwerg. Gute Besserung weiterhin, hoffentlich fällt ihm das Schonen nicht allzu schwer und er erholt sich schnell.

    Alles Liebe

    Nadja

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  3. Tapferer kleine Mann!!
    Hab dir gerade einen Award verliehen, wenn du Lust hast schau doch mal vorbei ;-)
    liebe Grüße
    Caro

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  4. Wie schön, dass Paul alles gut überstanden hat!

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  5. Danke für deinen Bericht. Unsere Tochter ist nun fünf Wochen und unser Nabelbruch wird stetig größer. Nächste Woche sind wir beim Chirurgen.
    Schön, dass Paul alles gut überstanden hat.
    Kann man von "außen" nun irgendwas sehen?? Oder wurde das endoskopisch gemacht??

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