Mittwoch, 2. Oktober 2013

Die Ängste einer Mutter

Hallo meine Lieben.

Jeder kennt sie...
Ängste. Tief in uns verborgen oder allseits präsent.
Angeregt durch diesen Post von Isabella von Vorstadt Eulen, widme ich mich heute meiner Angst, in der Rolle als Mutter.

Meine größte Angst besteht darin, dass Paul und ich auf irgendeine Art und Weise voneinander getrennt werden könnten.
Dazu gehört dann natürlich mein eigener Tod, sein Tod aber eine unfreiwillige Trennung.
Ich glaube, ich habe bisher generell keine große Angst vor dem Tod, meinem eigenen, gehabt.
Habe nie groß drüber nachgedacht. Sterben liegt so weit weg. Da mache ich mir Gedanken drum, wenn es so weit ist.
So ist es eigentlich auch jetzt noch.
Ebenso habe ich wenig Angst davor, dass Paul sterben könnte. Also sowas wie plötzlicher Kindstod.
Ich bin durch das Glück gesegnet, dass ich davor bisher nie Angst hatte. Da gibt es ja leider wesentlich weniger glückliche Eltern-Exemplare, die sich davor echt fürchten.
Ich mag mir nicht ausmalen, wie einen das fertig machen kann.
Meine Ängste sind eher relativ unwahrscheinlicher Natur.
Besonders in den ersten Wochen nach Pauls Geburt hatte ich häufig beim Spazierengehen die doch etwas verrückte Angst, ich könnte, an einer Ampel stehend, einen Zusammenbruch bekommen, den Kinderwagen los lassen und Paul könnte im Kinderwagen auf die Straße rollen und überfahren werden.
Eine ganze Zeit lang habe ich immer wieder mal die Bremse festgezogen, wenn ich an einer roten Ampel stand.
Diese Angst hat sich Gott sei Dank etwas gelegt.
Immer wieder auftretend ist jedoch die Angst, Paul könne mir geklaut werden.
Ich sehe dann Bilder vor mir, wie er mir aus dem Arm gerissen oder aus dem Kinderwagen entwendet wird, der Täter läuft schnell weg, niemand bekommt es mit, ich bin zu langsam und sehe mein Kind nie wieder.
Davor habe ich richtig Angst.
Wenn ich daran denke, schnürt es mir die Kehle zu.
Nicht zu wissen, was mit dem Kind ist...
Nie aufzuhören, es zu suchen...
Zu wissen, es hat einen irgendwann vergessen...
Aber auch zu wissen, es wird einen wohl eine lange Zeit vermissen.
Wird sich fragen, wo die Mutter ist, wann sie kommt, wird auf sie warten.
Wird sich dann eines Tages im Stich, allein gelassen fühlen. Von der eigenen Mutter. Auf die es sich bisher immer verlassen konnte.
Furchtbare Gedanken.
Zumindest letztere wären beim Gedanken an meinen eigenen Tod ebenso angebracht. Warum ich da nicht so oder zumindest nicht in dem Ausmaß nachdenke, kann ich mir selbst nicht erklären.
Meine größte Angst beschränkt sich wirklich auf eine unfreiwillige Trennung, ohne dass einer von uns beiden stirbt.
Das ist mit Sicherheit ein bisschen verrückt, da dies wohl ziemlich unwahrscheinlicher ist, als der Tod, aber ich würde auf Nachfrage hin auch nicht abstreiten, dass ich ein bisschen verrückt bin *grins*


Kommentare:

  1. Huhu Liebes, diese Angst das dir Paul jemand wegnimmt, die kenne Ich.
    Ich hab auch so eine Angst wenn Ich in der Stadt bin, Nachts in der Wohnung. Im Auto.. Irgendwie Krank.
    In der Stadt würde Ich mich niemals umdrehen und Davis nicht mehr im Blick winkel haben. Ich hätte zu große Angst Ich shoppe da rum und einer klaut mir hinter meinem Rücken das Kind. Genauso würde Ich nie den Kinderwagen einfach, irgendwo stehen lassen.. Nie Nie Niemals!!!!!
    Abends schließe Ich zu Hause immer Ab. Wir haben zwar einen Hund dennoch habe Ich Angst das jemand einbricht und mein Kind klaut. Also immer schön Abschließen :D
    Im Auto sind die Türen immer verriegelt. Gut für den Ernstfall extrem scheiße. Aber für das stehen an einer Ampel -super. Ich hab zu viel angst das jemand einfach die Tür hinten aufreißt und das Kind entwendent.. Überhaupt fürchte Ich mich vor Entführungen. Ob der kleine Mann jemals alleine Raus darf .. ich glaub ich bin auch verrückt.. ne ich glaube nicht- ich bin es tatsächlich :)

    Liebe Grüße
    P.s. Danke fürs verlinken

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  2. Solche Themen sind.... mir schnürt es beim Lesen die Kehle zu. Ich habe Isabellas Post noch nicht lesen können, aber die Überschrift schon gelesen und mir für meinen freien (und einsamen) Abend (heute) vorgenommen, diesen unbedingt zu lesen. Das mache ich nachdem ich hier kommentiert habe.

    Seit der Käfer da ist, bin ich so ängstlich. Immer mal wieder malt sich mein Kopf schlimme Szenarien aus. Ich weiß nicht warum und kann das auch nicht steuern. Aber real hatte ich z.B. ein paar Tage, an denen ich nur geweint habe vor Angst. Angst davor, dass ich mein Kind sozusagen alleine lassen muss. Kalea war damals vielleicht 2 Monate alt und nach einer Horrortour zu meiner Mutter (Auto rauchte - Hochsommer - Feierabendverkehr in einer Großstadt - warten auf den ADAC.....), entdeckte ich auch noch eine Zecke an mir. NIemals hätte ich so panisch reagiert. Ich malte mir auf einmal aus, dass ich schwer erkranke und dann..na ja... in meiner Schulzeit starb schon ein Schulkollege an den Folgen... Nun ja. Ich heulte, heulte... und lebe noch. :) Ich habe panische Angst davor, dass mein Kind ohne mich aufwachsen muss. Und, dass Kalea etwas zustößt, klar, diese Angst besteht auch. Und ich habe auch tatsächlich mal darüber nachgedacht, ob ich nun das Auto abschließe oder nicht. Abgeschlossen, könnte keiner so schnell dem Kind im Auto helfen, sollte ich umkippen und so weiter. Aufgeschlossen könnte jemand das Kind klauen, sollte ich umkippen und so weiter.

    Solche Gedanken machen jedenfalls mich fix und fertig. Und ich muss davon wegkommen - denn je älter das Käferchen wird, desto mehr Freiraum brauch sie. Uff... Keine Kontrolle!
    Ich danke dir für diesen ehrlichen Post - er nimmt die Last von den Schultern. Das Gefühl, komplett irre und alleine mit solchen Gedanken zu sein. ;) Auch wenn du keine Angst vor dem Tod hast. Vor dem Verlust ja dann letztendlich doch.

    Liebe Grüße
    Tanja

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