Montag, 19. August 2013

Let's ask Mama: Taufen lassen

Hallo liebe Leser!


Heute mache ich mal wieder bei Let's ask Mama mit. Einen Tag Verspätung, aber das sei mal legitim ;)
Let's ask Mama ist ein "Projekt" von Kathi und Katharina
Es geht um das Thema Taufe: Lasse ich mein Kind taufen, oder nicht?



Meine Antwort wäre da, stünde ich alleine, ganz klar: Ja!
Ich bin selbst getauft und habe mich auch bewusst konfirmieren lassen.
Ich bin nicht streng gläubig und ich lebe meinen Glauben auch nicht groß aus. Bete nicht (mehr bzw. ganz ganz selten), besuche nur ein Mal im Jahr (Weihnachten) einen Gottesdienst, aber ich glaube und ich verbinde Glauben auch mit der Kirche.
Zum Konfirmationsunterricht bin ich immer gerne gegangen, habe mich wirklich interessiert und aktiv beteiligt. Dadurch bin ich sogar 2001 mit zum Kirchentag in Frankfurt gefahren.
Eine tolle Erfahrung, viele nette Menschen kennengelernt, vielen interessanten Veranstaltungen beigewohnt.
Hihi, das einzige, was mich am ganzen Konfirmations-Geschehen echt nicht begeistert hatte, war die Pflicht, zu den Gottesdiensten zu gehen.
Denn, ganz ehrlich, selbst wenn man einen Glauben hat und sich mit der Kirche identifizieren kann, eine(n) Jugendliche(n) kann man mit sonntäglichen Gottesdiensten nun wirklich nicht locken.
Der ganze Aufbau eines solchen ist doch nicht jugendtauglich.
Also, DA müsste die Kirche sich echt mal etwas anderes überlegen, zumal ich alles, was mit Zwang und Pflicht zu tun hat, eh doof finde.

Also, kurzum: Ich stehe zu meinem Glauben und der Kirche und ich hätte mich auch ohne Feier und Geschenke konfirmieren lassen.

Ich muss gestehen, dass mir daher eine Taufe für Paul eigentlich schon sehr wichtig ist.
Deshalb, rein aus meiner eigenen Sichtweise/Überzeugung heraus, aber auch, falls Paul mal etwas passiert.
Nein nein, daran wollen wir natürlich gar nicht denken, aber es ist ja leider leider nicht auszuschließen.

Aber für eine Taufe müssen beide Elternteile überzeugt sein.
Und das ist mein Schatz nicht.
Er hat auch seinen (eigenen) Glauben, aber er kann sich mit der Kirche nicht identifizieren.
Er findet, man kann auch ohne Kirche glauben und überhaupt sollte Paul selbst entscheiden, ob er Mitglied der Kirche sein möchte, oder nicht.
Einerseits gebe ich ihm da Recht...
Warum sollten wir (ich) für ihn entscheiden, ob er getauft wird oder nicht? Bestimmen, dass er Mitglied in der Kirche wird... Eine Mitgliedschaft, wo auch immer, sollte immer freiwillig erfolgen.
Eigentlich sollte dies eine freie Entscheidung sei - ja.
Andererseits ist die Taufe eben auch ein altbewährter Brauch in unserer Kultur, es ist "normal", würde ich sagen, dass man hier über den Kopf des Kindes hinweg bestimmt.
Was man ja auch in vielen anderen Lebenslagen und -situationen tut.
Paul hätte jederzeit die Möglichkeit, aus der Kirche auszutreten, als Jugendlicher liegt es in seiner freien Entscheidung, seinen Glauben durch die Konfirmation zu bestätigen, oder nicht.
Gesetzt den Fall, er wäre getauft und würde sich aber nicht konfirmieren lassen, so würde ich ihm im gleichen Atemzug aufzeigen, dann vielleicht auch aus der Kirche auszutreten.

Anderer Fall: Er ist nicht getauft und als Jugendlicher kommt die Frage, ob er sich konfirmieren lassen möchte.
Viele seiner Kumpels tun dies auch, es spricht sich schnell rum, dass es dann viele Geschenke gibt, er will es auch. Und lässt sich dann deshalb konfirmieren bzw. (vorher) taufen.
DAS fänd ich dann eigentlich so richtig blöde.
Aber gut, es wird sich dann nicht vermeiden lassen.
Und vielleicht lässt er sich ja dann auch aus Überzeugung konfirmieren bzw. taufen. Oder dann eben gar nicht.

Ich bezweifle ganz stark, dass ich meinen Schatz noch werde überreden können.
Und ich denke aber auch, dass Gott weiß, wie ich dazu stehe und dass Paul seinen Segen hat, ob getauft oder nicht getauft.
Und vielleicht wäre ja auch eine einfache Segnung (die man wohl quasi "anstelle" einer Taufe machen kann) eine Idee, da muss ich mich nur noch einmal schlauer machen.
Fakt ist: Gegen den Willen meines Freundes würde ich so etwas nicht tun, auch wenn es mir eigentlich sehr wichtig ist.
Aber ich denke, da ist wohl eher die Meinung und Einstellung desjenigen, der gegen so eine Prozedur ist, zu akzeptieren und respektieren, als die desjenigen, der dafür ist.

Kommentare:

  1. Ich kann das total verstehen!
    Ich würde sowas auch nie gegen den Willen meines Mannes entscheiden.

    Ich bin froh, dass wir uns da einig waren.
    Ich bin glaubenstechnisch ungefähr so veranlagt wie du.
    Mein Mann eigentlich nicht. Der hat das ganz pragmatisch gesehen:
    "Wenn er getauft ist, haben wir mehr Chancen auf einen Kindergartenplatz und wenn es Gott gibt, dann soll er das doch machen"

    Überhaupt nicht romantisch oder so, aber so ist er halt :-)
    Unser Pirat wurde dann "mit" unserer kirchlichen Hochzeit getauft. Es war schön.

    Und wenn wir irgendwann doch noch das Glück haben, ein zweites Baby bekommen zu dürfen wird das auch getauft! unabhängig vom Kindergarten ;-)

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  2. Ich finde es sehr schön zu lesen, dass ihr euch trotz eurer uneinigkeit doch so einig seit :D verstehst du? :D also dass ihr daraus kein streitthema macht sondern kompromissen eingeht! ich denke du kannst deinem zwerg das auch erstmal ohne taufe super näher bringen und weihnachten ist kirchen für mich auch ein muss! ich habe die frage allerdings auf meinem blog noch ausführlicher beantwortet falls du mal lesen magst ;) liebe grüße

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  4. Gute Idee das Thema auch etwas in die breite Öffentlichkeit zu tragen. Mich würden hier tatsächlich die Meinungen anderer Eltern interessieren. Ist ja nicht so, dass ich nicht zuhören könnte ;-)

    bzgl. der "Konfirmation" kann ich es mir allerdings nicht verkneifen, auch noch die "Jugendweihe" mit ins Feld zu führen. Wenngleich die in der DDR wohl eher als "Instrument" benutzt wurde, liegt mir die als „Ossi“ irgendwie näher ;-)

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