Dienstag, 2. Juli 2013

Let's ask Mama #2 (Die Geburt) und Gewinner

Hallo ihr Lieben.

Durch andere Blogs bin ich auf die Aktion "Let's ask Mama" gestoßen.
Ins Leben gerufen wurde diese von Kathi und Katharina.
Ich finde dies eine ganz feine Aktion und schließe mich einfach mal an.


Es geht um die Geburt. Folgende Fragen wurden in den Raum geworfen:
Wie habt ihr entbunden und würdet ihr im Nachhinein daran etwas ändern oder Tipps an Schwangere geben? Wie seid ihr zu eurer Entscheidung gekommen?

Ich widme mich ausschließlich diesen Fragestellungen. Einen ausführlichen Geburtsbericht werdet ihr hier nicht vorfinden. Ich bin ja ein Mensch, der gerne teilt und mitteilt. ein Geburtsbericht hingegen ist für mich etwas sehr persönliches und intimes. Freunde und Verwandte hörten ihn, soweit man ihn wiedergeben konnte. Im Detail wissen nur wir zwei ihn, ist er in unseren Erinnerungen eingebrannt.
Hier ziehe ich eine Grenze, dies ist nicht "für alle auf der Welt" bestimmt.
Einen Kurzbericht findet ihr HIER.

Paul kam per Kaiserschnitt zur Welt.
Dies war ganz und gar nicht mein Wunsch.
Von Beginn der Schwangerschaft an legte ich großen Wert auf eine natürliche Geburt. Sofern medizinisch nicht anders erforderlich auch wirklich komplett natürlich.
Ohne PDA, Schmerzmittel und dergleichen.
Ich wollte jeden Schmerz erleben und sei er noch so schlimm.
Ich hatte keine Angst davor.
Viel mehr Angst hatte ich, es könne vielleicht zu schnell gehen. Ich könne dadurch nicht ganz realisieren, dass ich (m)ein Kind geboren hatte.
Deshalb: Schmerzen willkommen. Ja, aus meinem Munde. Die, die wirklich recht schmerzempfindlich ist.
Mit zunehmendem Verlauf der Schwangerschaft und einem Baby, welches noch nicht ein einziges "richtig rum" lag, wurde das Wort "Kaiserschnitt" immer präsenter.
Bei mir wurde aufgrund eines anfänglichen Ultraschalls ein Uterus Bicornis vermutet.
Ein möglicher Grund, warum Paul sich ab einem gewissen Zeitpunkt eventuell nicht mehr drehen konnte.
Ich hatte Angst. Keine Angst vor der OP oder den Schmerzen danach.
Angst vor meiner Psyche. Einige haben es hier im Blog ja verfolgt.
Meine Psyche und ich... ich sage mal so, wir sind waren nicht immer gute Freunde.
Für mich war diese ganze Schwangerschaft und der Gedanke daran, bald Mama zu sein so unwirklich, dass ich Angst hatte, selbst bei einer natürlichen Geburt, ich könne eventuell mein Kind nicht annehmen.
Der Gedanke an einen Kaiserschnitt schnürte mich fast zu. Sehr groß war die Angst und Sorge.
Ich wandte mich sogar an eine Psychologin/Ärztin (erfahren im Gebiet schwanger, Geburt und danach).
Nehmen konnte mir diese Angst natürlich niemand, auch sie nicht.
Es gab einen festen Termin für den Kaiserschnitt. Das fand ich auch ganz furchtbar.
Ich wollte doch zumindest ein paar Wehen erleben.
Und mein Baby sollte doch auch bitte signalisiert bekommen, dass es los geht und nicht einfach so hinaus gezogen werden.
Das Glück war hier auf meiner Seite.
2,5 Wochen vor dem geplanten Kaiserschnitt platzte die Fruchtblase und es ging los. Ich erlebte Wehen, durchaus schmerzhaft.
Ich war glücklich. Schon bevor Paul da war. Es ging von selbst los. Danke, lieber Gott!
Mir war es so wichtig, zumindest einen Teil der Geburt zu erleben.
Und das "Davor" gehört ja dazu. Dieser Moment, in dem man realisiert, dass es los geht.
Diese Spannung, diese Aufregung, die sich aber gar nicht bemerkbar machte (untypisch für mich war ich total ruhig und entspannt), das Vorbereiten, die Wehen, dieses Gefühl davor.
Es gehört dazu.
Und ich bin mir auch sicher, dass es durch den Überraschungsmoment ein ganz anderes ist, als wenn man geplant ins Krankenhaus fährt.
Die Angst vor dem "Danach" war dann auch schlagartig verschwunden.
Als die Wehen sehr schmerzten (und ich schon auf die Wehenpause fieberte), kam mir doch tatsächlich der Gedanke: "Wann geht's endlich in den OP, damit ich die Spinal bekomme? Gut, dass ich einen Kaiserschnitt bekomme."
Ich erwähnte, dass ich recht schmerzempfindlich bin? *lach*
Trotzdem war es alles ein bisschen komisch, ja.
Der OP, so kahl und steril und so viele grün gekleidete Menschen um mich herum, auch mein Schatz musste ja dieses Kostüm tragen.
Aber es war wirklich fast egal.
In dem Moment zählte nur: Bald ist Paul da. Bald siehst du ihn endlich, kannst ihn berühren. Wie sich das wohl anfühlen mag?
Während der OP hat der Anästhesist (fast) alles kommentiert, was die Ärztin dort tat.
Ich hatte nicht danach gefragt, er hatte nicht danach gefragt, ob es mir recht ist, doch er tat genau das Richtige.
Ich glaube, das half mir auch, diesen Vorgang dennoch als Geburt zu erleben.
Als Paul dann nach der kurzen Untersuchung auf mir lag, war alles ganz wundervoll und zauberhaft.
Nie, niemals werde ich vergessen, was für ein einzigartiges, überwältigendes und wunderschönes Gefühl dies war.
Das schönste aller je erlebten Gefühle.
Zu schön fast. Manchmal "weine" ich ihm ein bisschen nach.
Es gibt auch nichts, was dieses Gefühl beschreiben könnte. Mir fällt immer nur "überwältigend" und "besonderer Zauber" ein.
Ich habe mich sofort in Paul verliebt.
Und was hatte ich eine Angst vorher, er könne mir fremd sein, ich könne keine Gefühle entwickeln. Diese Angst hat mich teilweise ganz verrückt gemacht.
Sie war so unbegründet.
Es war OK, der Kaiserschnitt war tatsächlich OK. Wer hätte das gedacht?
Natürlich bin ich nach wie vor traurig darüber, dass er nötig war. Ein bisschen etwas fehlt mir dadurch sicherlich.
Aber ich konnte ihn so gut annehmen, dass ich sage, ein nächster Kaiserschnitt wäre zwar nicht wünschenswert, aber auch kein Drama.
Nichts desto Trotz wünsche ich mir nichts sehnlicher, als bei einem zweiten Kind eine natürliche Geburt erleben zu dürfen.
Ich hoffe, dass dies möglich sein wird. Bei der OP stellte sich nämlich heraus, dass meine Gebärmutter tatsächlich zu knapp 2/3 geteilt ist und außerdem hatte Paul auch noch die Nabelschnur um den Hals gewickelt, was laut der Ärztin auch auf die Gebärmutterfehlbildung zurückzuführen sei, durch die Enge (er bewohnte ja nur eine Hälfte) dort, war es sicher nicht möglich, dass sie sich wieder "auswickelte".
Eine Geburt aus Beckenendlage wäre also mit Sicherheit zu einem Risiko geworden.
Die Entscheidung, dies gar nicht erst zu wagen, war somit ganz richtig.

Sollte für die nächste Geburt wieder ein Kaiserschnitt erforderlich sein, weiß ich, dass ich mich nicht darauf einlassen würde, vorher einen OP-Termin festzulegen.
Worauf die Ärzte einen ja gerne drängen.
In meinem Wunschkrankenhaus hieß es "Entweder zu meinen Bedingungen oder gar nicht." (dazu muss ich sagen, dass ich in einer anderen Stadt entbinden wollte und auch entbunden habe)
Wenn man mit Wehen oder Blasensprung ins Krankenhaus kommt, darf einen ja nun einmal kein Arzt weg schicken.
Und so lange man gut betreut ist von Frauenarzt/ärztin und/oder Hebamme, sehe ich hier kein Risiko, auf den Start, sprich Wehen oder Blasensprung zu warten.
Ich würde es immer wieder so machen. Das hat mir so viel bedeutet und hat mir mit Sicherheit auch geholfen, den Kaiserschnitt trotzdem als Geburt und nicht als OP anzusehen.
Dies möchte ich nun aber natürlich keiner werdenden Mami mit notwendigem Kaiserschnitt raten, da ich nicht weiß, welche Gefahren davon evtl. ausgehen können.
Vielleicht konnte ich mit meinem Bericht aber so manchen Schwangeren eine mögliche Angst vor einem Kaiserschnitt nehmen.


So, und nun kommen wir zu den Gewinnern des tausendkind Gewinnspiels.
Unter notarieller Aufsicht meines Freundes habe ich vorhin nach langem Mischen, Schütteln und Wühlen und mit geschlossenen Augen zwei Zettelchen gezogen.
Der erste Zettel, geltend für den 1. Platz, den 25,- Euro Gutschein, gehört zu Mira Mondstein!
Der zweite Zettel, geltend für den 2. Platz, die Stapeleule von Janod, gehört zu Meike Kraft!

Herzlichen Glückwunsch ihr beiden. Ich hoffe, ihr freut euch :)

Meldet euch bitte per email bei mir: kulturchaotin@gmail.com

Es wird definitiv noch mindestens eine weitere Chance auf ein Gewinnspiel in diesem Sommer geben.
Vielleicht habt ihr anderen dann ja mehr Glück ;)

Viele Grüße und gute Nacht.


Kommentare:

  1. Ich finde, dein Bericht ist einer, der Mut macht, weil er zeigt, wie stark eine Mama ist, auch wenn die Angst noch so groß ist.

    AntwortenLöschen
  2. Oh... WOOOOW, damit hab ich nicht gerechnet:)))

    AntwortenLöschen