Sonntag, 30. Juni 2013

Ungeduld. Oder Beikost kosten.

Ich erwähnte im vorletzten Post ja schon, dass ich ein recht ungeduldiger Mensch bin.
Ja, und so kam es vor ein paar Tagen, dass ich es einfach nicht lassen konnte.
Das Probe-Frühkarotten-Gläschen, welches, eigentlich tief vergraben im Schrank stand, schaffte es immer wieder, mich anzulachen.

Wie ich ja schon schrieb, war der Plan, Paul sechs Monate voll zu stillen.
Danach ein Mix aus Brei und Fingerfood. Finde ja das BLW ganz interessant und werde dazu im August eine Info-Veranstaltung besuchen.
Die Muttermilch reicht die ersten sechs Monate ja auf jeden Fall aus und ich fand immer, essen tun sie sowieso früh genug, warum schon anfangen, wenn sie noch so klein sind.
Konnte immer nicht recht verstehen, warum manche ihren Babys sofort mit Vollendung des 4. Monats Brei gaben.
Manche begründen es mit einem gewissen Interesse am Essen seitens der Babys.
Sie würden so fasziniert am Tisch schauen, wenn die Eltern essen.
Dazu habe ich aber gelesen, dass dieses Interesse einfach nur dem "in den Mund stecken" gilt.
Die Babys verstehen ja auch noch gar nicht, dass die Erwachsenen da essen. Sie sehen nur: "Oh, die stecken sich auch mal etwas in den Mund. Das ist ja interessant."
Schließlich tun sie, also die Babys, das den lieben langen Tag mit den unterschiedlichsten Gegenständen.
Um sie zu erkunden, befühlen, kennenzulernen.
Und am Tisch, ja, da tun das auch die Großen.
Klar, dass Babys Augen da groß werden.
Demnach kann man meiner Meinung nach an solch einem interessierten Verhalten nicht erkennen, ob die Babys bereit für Beikost sind.

Tja, warum habe ich Paul jetzt Möhrenbrei gegeben?
Es passt ja nicht wirklich zu meiner eigentlichen Philosophie.
Ich gestehe, ich war einfach neugierig.
Wollte nur mal wissen, was Paul dazu sagt. Wie er das findet. Wie er reagiert, ob es ihm schmeckt.
Einfach einmal, einmalig, probieren und erleben.

Ich hatte ehrlich nicht damit gerechnet, was dann geschah.



Den ersten Löffel steckte ich ihm vorsichtig in den Mund.
Den zweiten Löffel hielt ich ihm nur an die Lippen und er öffnete den Mund.
Danach hatte er begriffen. Und Geschmack gefunden.
Bei den nächsten Löffeln wartete ich immer auf Paul. Er sollte "selbst machen".
Oft griff er nach meiner Hand um sie dann mitsamt Löffel an sich zu reißen, sodass der Löffel in seinem Mund verschwand.
Er fixierte den Löffel mit seinen Augen, bekam einen ganz wachen Blick und öffnete den Mund bereits bevor der Löffel in diesem war.



Er schnappte richtig nach dem Löffel und lutschte diesen begierig und genüsslich ab.
Einmal meckerte er zwischendurch, es ging ihm wohl nicht schnell genug, dass ich den nächsten Löffel bereit hatte.
Er hatte sichtlich Spaß und ich auch. Das gebe ich zu :)
Und vor lauter Freude vergaß ich völlig die Zeit bzw. die Menge.
Ein Löffel nach dem anderen verschwand in seinem Mund. Bis mir das bewusst wurde und ich schnell aufhörte.
Ups, auf dem Gläschen steht, für's erste Mal mit wenigen Löffeln anfangen.
Oh je, hoffentlich verträgt er jetzt diese Menge.
Am nächsten Tag gab es dann eine volle Windel. Puh, zum Glück (dazu muss ich sagen, dass er im Schnitt einmal die Woche eine Stinkewindel macht. Die letzte war zwar schon eine Weile her, aber ich vermute trotzdem fast,  dass die Möhren ausschlaggebend waren. Da weiß der Körper wohl, dass die nicht ewig drin bleiben können).
Und kein Bauchweh oder dergleichen.
Ich war dann etwas überfragt. Es sollte doch eigentlich bloß einmal aus Spaß sein, das Füttern.
ich möchte ihn wirklich noch nicht richtig zufüttern, er ist ja nicht einmal fünf Monate alt...
Aber wenn es ihm doch so gut geschmeckt hat?!
Er so einen Spaß daran hatte, gar nicht mehr aufhören wollte, zu essen.
Ist das dann nicht vielleicht ein Signal, dass er bereit ist, dass er essen möchte?
Ich weiß es nicht.
In einem Forum habe ich dann das Video dazu gezeigt. Von einer Mami wurde ich darauf hingewiesen, dass er teilweise noch vermehrt mit der Zunge raus schiebt.
Für mich war nur die Freude am Essen präsent, da fiel mir das gar nicht auf.

Hier könnt ihr das Video sehen.

Und hier eine Bilderreihe eines Löffels Essen :)







Ich würde mich wirklich sehr über eure Meinung dazu und eure Erfahrungsberichte freuen.
Wann und wie habt ihr mit der Beikost begonnen?
Was haltet ihr von Pauls Essverhalten?
Sollte ich die Beikost starten? Vielleicht zunächst einmal wöchentlich?
Oder kann oder gar sollte ich damit noch warten?

Wie gesagt, eigentlich war das ganz und gar nicht der Plan, aber ich bin halt verunsichert, weil er so einen Spaß und Gefallen am Essen hatte, dass ich denke: Vielleicht will er schon.
Und ich mag gerne auf das eingehen, was mein Baby mir signalisiert.

1 Kommentar:

  1. Ich habe mir gerade das Video angesehen und bin vor Neid erblasst.
    Bei meinen ersten Versuchen mit meinen Kindern habe ich fünf Löffel gefüttert und zehn Löffel sind ausgespuckt worden.
    Der kleine Kerl hat schon super geschluckt und er hatte sichtlich Spaß daran. Dass er noch mit der Zunge nach vorne schiebt, ist klar - das war ja "first contact" - alles Übungssache.
    Ganz ehrlich - er mag es, isst es - was spricht gegen Zufüttern? Ich würde das jetzt jeden Tag machen. Vielleicht im Tempo etwas langsamer - zwei Wochen nur MÖhren, dann mit Kartoffeln, dann mit Fleisch. Supi.
    solange Du nur Frühkarotten zufütterst: Karotten wirken stuhlfestigend. Einfach schauen, ob er es verträgt. Und nur Karotten haben so gut wie KEINEN Kaloriengehalt - Du musst ihn nebenher voll stillen. Und das mit der Ölzugabe kennst Du auch, oder ???

    Dein kleiner Paul ist ein ganz Schnuckliger!!

    Liebe Grüße

    Julika

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