Freitag, 21. Juni 2013

"Der will ne Kartoffel." "Nein, will er nicht." "Doch, will er." "Nein." "Doch." "Nein." "Doch."

Und so konnte ich meinen Schatz am letzten Wochenende nicht davon abhalten, Paul ein winziges kleines Stück zerdrückte Kartoffel in den Mund zu schieben.

Zunächst verzog Paul das Gesicht, dann bewegte er das Stückchen in seinem Mund hin und her.
Und als er es langsam, aber sicher wieder gen Ausgang beförderte, sah ich mich in meiner Ansicht, dass ihm mit seinen vier Monaten nur die gute Muttermilch schmeckt, vollkommen bestätigt.



Während wir weiter aßen, wurde Paul leicht ungnädig. Meckerte immer wieder mal rum und bäumte sich in seinem Hochstuhl auf.

"Na, Paul, du willst bestimmt noch mal eine Kartoffel, nicht wahr? Da hast du bestimmt doch Geschmack dran gefunden." glaubte mein Schatz.

"Nein", sagte ich, "gib ihm mal den Schnulli."

Gesagt getan, doch schnell landete dieser wieder auf Pauls Schoß.

"Siehst du, er will noch ein Stück Kartoffel. Nä, Paul?"

"Gut, dann gib ihm halt noch ein Stück. Aber ein ganz kleines."

Vor Freude strahlend setzte mein Schatz dies in die Tat um.



Wieder wurde zunächst das Gesicht verzogen. Mit der Zunge hin und her geschoben. Und schließlich gegessen.




Dies war aber bloß ein einmaliger "Versuch". Einfach mal aus Spaß schauen, wie Paul darauf reagiert.
Er ist doch noch mein Baby, noch so klein.
Moment... habe ich das gerade gesagt?
Nein, eigentlich ist er schon voll groß. Das fällt mir immer wieder auf.
Und als wir Dienstag unsere Freunde besucht und deren 2 Wochen altes Baby gesehen haben, habe ich wirklich einen Schlag gekriegt (dabei hatte ich mir noch auf dem Weg zum Balkon - wo der Kleine friedlich schlief - gesagt, dass ich KEINEN Schock bekommen würde, da ich ja WEISS, dass Paul so riesig geworden ist).
Himmel, war das Baby klein. SO klein sollte Paul auch mal gewesen sein? Quasi kleiner noch?
So ein Mini-Köpfchen bzw. auch hier kleiner noch? Nein, das kann doch nicht sein.
"Doch", sagte mein Freund. "Klar war der auch mal so klein."
Krass. Ich kann mich nicht mehr erinnern. Ehrlich. Das ist weg.
Und plötzlich hatte ich das Gefühl, mich an die ganzen ersten Wochen nicht mehr erinnern zu können.
Ich sah dieses süße kleine Neugeborene und seinen typischen Gesichtsausdruck und diese typischen Bewegungen und fragte mich, ob Paul auch so war. Ich wusste es ehrlich nicht mehr.
Mir kommt es grad so vor, als wäre Paul schon immer so, wie jetzt.

Kennt das jemand von euch? Geht es wem ähnlich?

Zurück zur festen Nahrung:
Auch wenn Paul schon so riesig ist wirkt, so wirkt er mir aber ganz und gar und überhaupt nicht danach, als wäre er schon bereit für den Beikost-Start. Was mich in meinem Plan, ihn sechs Monate voll zu stillen, bestätigt.
Unser Kinderarzt meinte bei der U4, dass er ja nun bald feste Nahrung bekommen könne, die Empfehlung sei so zwischen vier und sechs Monaten.
Und da dachte ich schon: Nein, sowieso niemals und auch niemals deshalb, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass er in zwei Wochen so weit sein soll, richtig zu essen.
Wie unser Beikost-Start dann ablaufen wird, darüber werde ich zu gegebener Zeit noch einmal ausführlich berichten.
Auf jeden Fall werde ich mich da voll und ganz nach Paul richten. Hat er Interesse, geht es los. Wenn nicht, stille ich auch gerne noch weiterhin voll.
Ich bin gespannt!

Kommentare:

  1. Der Paul wird schon zeigen, wenn er langsam mehr will. Aber wenn du stillen kannst, dann mach das weiter. Unbedingt! Kalea hat so mit 5,6 Monaten angefangen, mal an einem Brötchen zu lutschen und fand Gefallen daran... so stiegen wir dann langsam, gaaaanz langsam ein.

    Und ja, ich kann mir auch nicht mehr richtig vorstellen, wie sie mal so klein sein konnte. Unglaublich! Damals, als sie noch nichts konnte. NICHTS. Und jetzt ist sie riesig, macht so viele Sachen selbst. Ich liebe es! :)

    Hab ein schönes Wochenende!

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  2. Ja so kleine annäherungs versuche haben wir auch gewagt, jetzt ist nichts mehr vor dem kind sicher .. und ich muss ständig mein essen abdrücken , EGAL was !

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  3. Ach so ein Quatsch, hör nicht auf den Arzt, hör auf dein Gefühl!
    Wenn du meinst, dass dein Sohn soweit ist, probiert es einfach!
    Der Mutterinstinkt ist eigentlich nie verkehrt!!
    Ich wurde von Schwiegereltern und Omas und Opas auch regelmäßig gefragt: und gibt´s schon Brei und Flasche? Dabei sollte mitlerweile alle mitbekommen haben, das Stillen ausreicht und man nicht zufüttern muss, sowas nervt, aber da muss man einfach drüber stehen.
    Ja, sie werden wirklich sehr schnell groß, umso schöner ist es, wenn die Kleinen obwohl sie irgendwann nicht mehr gestillt werden, trotzdem noch diese Nähe suchen...
    liebe Grüße und genieß die Zeit!
    Carolin

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